
Barcelona verzichtet auf eine ganze Menge dieser Möglichkeiten, die Läufe von Henry über links sind das Höchstmaß an konventionellem Flügelspiel, auf einen Strafraumstürmner, der hinter die Innenverteidiger zu kommen versucht, verzichten sie fast ganz. Stattdessen kommt Messi mit dem Ball auf eine Formation zu, in der Carrick noch vor Vidic und Ferdinand eingreifen könnte und Anderson ebenfalls Wache schiebt. Barcelona läuft dadurch kaum einmal ins Abseits, nach dem Führungstreffer war dann die Überlegenheit phasenweise erdrückend, gut ersichtlich an den Offensivaktionen von Puyol. Vor dem 2:0 versuchte ManU zwei Mal, den Ball wegzubringen, er kam immer wieder zurück, und Xavis Flanke auf Messi war das, was im Tennis ein Lob ist - unerreichbar für Ferdinand, blieb der Ball doch im Spiel.
Bei der Hertha, um diesen Vergleich nicht zu scheuen, hat allenfalls Raffael die Anlage zum Barca-Stil, und zwar in hohem Maß. Er muss aber eben noch die andere Seite des Passspiels verbessern, die Durchsetzungsfähigkeit im Zweikampf, denn Xavi oder Iniesta, ja sogar Busquets, und Messi sowieso haben eine bemerkenswerte Fähigkeit, den Ball zu behaupten. Das hat dem Spiel der Hertha oft gefehlt, viel zu viele Zuspiele gingen verloren, weil sie ungenau waren oder nicht gut angenommen wurden. Zweites Vergleichsmoment: Barcelonas Stil beruht in Spitzenspielen in hohem Maß auf Geduld, auch das ist eine Eigenschaft, die Hertha bis kurz vor Saisonende zu Recht nachgesagt wurde, und die im entscheidenden Moment verloren ging. Nicht so bei den europäischen Campeones der Jahres 2009.

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