Sonntag, Dezember 26, 2004

Mittleres Management

Die Bilder aus dem Trainingslager der Hertha in Saalbach/Hinterglemm vor Weihnachten verheißen wenig Gutes: Marx und Wichniarek vor dem Fleischtöpfen der österreichischen Gastronomie, Marcelinho vor einem Snowboard, und Michael Preetz mit dem Mobiltelefon am Ohr beim Skifahren. Dazu auch noch Dieter Hoeneß auf zwei Brettln im g'führigen Schnee, und Falko Götz auf der Eckbank ganz allein mit einer Magnumflasche Sekt.
 Ein passender Ausklang für einen versöhnlichen Herbst, aber auch ein wenig zu identisch mit den Freuden des ganz normalen Baliners im Österreichischen - Glühweinromantik und Hüttenzauber müssen im Januar erst wieder hinaustrainiert werden.

Egal, ich bin auch versöhnlich gestimmt, zumal Arsenal gerade 2:0 gegen Fulham gewonnen hat. Zu Dieter Hoeneß hatte ich immer ein skeptisches Verhältnis. Inzwischen bin ich ihm schon ein wenig gewogen. Ich mag es, daß er den Hauptstadtehrgeiz so persönlich nimmt, sich urban kultiviert, und zugleich am Spielfeldrand kaum Selbstdistanz kennt. Ich kann aber schwer einschätzen, wie sehr er sich von den Lemuren in der Hertha-Spitze, von den Schiphorsts & Co, unter Druck setzen läßt. Im Moment scheint er auf nachhaltige Entwicklung zu setzen.

Gefallen hat mir, wie er sich unlängst, ich entnahm das dem Tagesspiegel, über Christian Fiedler geäußert hat. Er hat ihm die Anerkennung gegeben, die er verdient. Er hat sogar recht glaubwürdig Verhandlungen mit Tim Wiese dementiert. Von Malik Fathi berichtet die offizielle Hertha-Homepage, daß er in Dubai urlaubt. Marxelinho verbringt die Feiertage in Kreuzberg. Erst im neuen Jahr geht es für ein paar Tage nach Wien.

Montag, Dezember 13, 2004

Gol TV

Hertha hat eine Vorliebe für torreiche Spiele in meiner Abwesenheit. Im Frühjahr saß ich in New York vor dem "Spiegel"-Ticker, als Dortmund mit 6:2 geschlagen wurde. Vor einer Woche saß ich im Keller eines Einfamilienhauses in einem Vorort von Toronto, als Mönchengladbach zerlegt wurde, das Team von Christian, dem ich meine Dauerkarte geliehen hatte. Der "Spiegel"-Ticker ist die abstrakteste Weise, an einer Bundesligarunde teilzunehmen: Auf dem Bildschirm erscheint ja nicht mehr als die Aufstellung der beiden Mannschaften, die Auswechslungen und die Tore, sowie eine ständig aktualisierte Tabelle, die aber nie ganz auf dem neuesten Stand ist - es ist eine bilderlose Konferenzschaltung, bloße Statistik, und gerade deswegen unglaublich spannend, weil ich auf diese Weise das Spiel schon live als das verfolge, was es am Ende sein wird - Zahlenwerk. Die Erinnerung an die Bilder kann ich ja nachholen, wie ich es gerade auch getan habe, als ich die Premiere-Wiederholung des Hannover-Spiels laufen ließ. Die Erwartung eines Tors, von dem ich weiß, daß es fallen wird, zeigt das Spiel in seiner ganzen grandiosen Kontingenz: Arne Friedrich hat zwischen der 52. und 54. Minute mehrere Male versucht, über rechts etwas zustande zu bringen, sich dabei immer wieder festgelaufen, einen Paß geschlagen, den Ball wieder zurück bekommen, einen Rückpaß gespielt, bis er plötzlich zu dem Doppelpaß mit Bastürk in der Lage war, der ihm die Gasse geöffnet hat an die Ecke des Sechzehners - der kleine Heber auf Rafael erschien dann niemand anderem zwingend als den beiden Beteiligten. Friedrich hatte eine Idee, die Nando Rafael auf eine originelle Weise ausformulierte. Intersubjektivität.
Nach einer Woche in Kanada weiß ich wieder ein wenig mehr über die globale Wahrnehmung des Fußballs: Eine Kabelgesellschaft besitzt dort die Rechte für die Spiele der Premier League und aus Spanien. Man kann wichtige Spiele im Pay-per-View bestellen, für alle anderen Zuschauer ist die Live-Übertragung durch Spots unterbrochen (für Dodge Dakota und Wal-Mart zum Beispiel), was einen seltsamen Verzögerungseffekt ergibt, denn meistens setzt das Spiel dort wieder ein, wo es aufgehört hatte. Die Übertragung gerät also in Verzug, die Halbzeitpause fällt praktisch aus, und das Spiel verläuft irgendwo da draußen in Echtzeit, für mich aber nach den Gesetzen der ökonomisierten Zeit. Aus Spanien werden die Spiele von Gol TV übernommen, einem aufdringlichen Sender, der die Zeitlupen immer mit einem Insert ankündigt, das zwar nur einen Sekundenbruchteil dauert, aber zerrüttend wirkt. Außerdem verkauft Gol TV eine Bildecke für längere Einblendungen an ein Kreditkartenunternehmen, und macht während des Spiels ständig durch Einblendungen auf sich selbst als Sender aufmerksam. Die Übertragungen aus der Premier League sind hingegen der Idealfall eines Fußballspiels im Fernsehen: sie sind hochkonzentriert und so unsichtbar, wie dies bei einer derartig schnellen Montage möglich ist.
Ein Zustand wie in Deutschland, wo im Bezahlfernsehen jedes Spiel der Bundesliga übertragen wird, ist international gesehen so paradiesisch, daß die Logik der Märkte dies nicht mehr lange zulassen wird: Schon jetzt wird daran gearbeitet, die Senderechte auf Pakete aufzuteilen, die dann möglicherweise bei verschiedenen Anbietern landen werden - die KDG (Kabel Deutschland Gesellschaft) formiert sich gerade zu einem Monopolbetrieb von Clements Gnaden, um Premiere ein Monopol streitig zu machen, das im Prinzip publikumsfreundlich ist, wenn es im Detail auch schon durch Werbung und ärgerlichen Firlefanz gestört wird. Ich mag Premiere überhaupt nicht, und der Chef Kofler ist einer der blödesten Investorensklaven, die in Deutschland den Neoliberalismus predigen: Aber die Bundesliga und die Champion's League sind dort noch halbwegs intakt. Kanada aber ist ein Land, das nur neben den USA als fortschrittlich erscheinen kann - die "consumer culture" ist dort genau so brutal, wie beim großen Nachbarn. Man muß für alles bezahlen, und bekommt dann erst recht nur ein Produkt, das mit seiner Reklame nahezu identisch ist.
Hertha in der Weihnachtspause 2004 steht zwischen den Welten: Es wird noch eine Weile dauern, bis jemand in Kanada ein Spiel wegen Nando Rafael einschaltet. Warum hat er eigentlich so böse geschaut nach seinem Tor gegen Hannover? Allem Anschein nach glaubt er doch an die wichtigste Einschaltquote: an den Mann im Himmel, der alles sieht! Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Samstag, November 27, 2004

Am grünen Hügel

Nach dem Spiel in Wolfsburg muß ich vermutlich nicht mehr erläutern, warum ich hier unter dem Pseudonym Marxelinho schreibe: Das zweite Tor, nach Balleroberung im Mittelfeld und einem exzellenten, schon halbtödlichen Querpaß von Thorben Marx, erzielte unser Brasilianer mit dem rechten Fuß. Mit demselben Fuß also, mit dem ich weiland gearbeitet habe, als ich noch auf der Malik-Fathi-Position in der Schülermannschaft des SV Windischgarsten gespielt habe - immer im Schatten meines kleinen Bruders, der als großes Talent galt und Tore von der Mittellinie erzielen konnte (wofür wir in Berlin einem Alex Alves mehrere Jahre viel Geld hinterherwerfen mußten). Marcelinho war der Mann des Spiels, nicht nur, weil er drei Tore erzielt hat, sondern weil er noch zwei weitere sehr große Chancen hatte, und auch sonst immer dort war, wo der Raum so leer wurde, daß sich seine Antritte wie aus dem Nichts materialisieren konnten. Im Vergleich dazu hatte Fredi Bobic, von dem in dieser Woche eine Zeitung berichtet, er hätte ein Millionenangebot aus Amerika, auch einmal viel Platz: aber er ließ sich vom Raum erschöpfen, während Marcelinho immer den Raum so ausschöpfte, daß sich noch ein Haken ausging - nur beim zweiten Tor brauchte er auch das nicht, das schoß er eben mit Rechts. Hat jemand darauf geachtet, wie er beim ersten Tor gejubelt hat? Still. Beim zweiten Tor? Glücklich. Beim dritten Tor aber hat er sich über den Rasen gewälzt, wie ein kleines Kind auf einem Feld, das hügelab geht - so muß die VW-Arena ihm heute auch erschienen sein. Marcelinho ist ein Spieler, der arbeitet wie ein Organ - wenn der Organismus gesund ist, dann ist er das Herz. Wenn der Organismus kränkelt, dann ist er das Hirn - damit ist er überfordert. Falko Götz arbeitet ganz offensichtlich am Immunsystem der Mannschaft. Sie ist nicht länger Patient. Sie darf deswegen schon nach draußen, in die einstellige Region der Tabelle. Die Liga hat sich an diesem Wochenende entzerrt. Jetzt liegen schon fünf Punkte zwischen Mittelfeld und Abstiegskampf. Die Hertha liegt im Mittelfeld, und nicht weiter vorne, weil sie die Chemie zwischen Mittelfeld und Angriff noch nicht gefunden hat. Nando Rafael hat technische Schwächen. Fredi Bobic hat zu viel Möglichkeitssinn. König Artur Wichniarek hat zu wenig Spielpraxis. Billy Reina geht in den Herbst. Die Geheimwaffen aus den Weiten des Kaders sind noch nicht scharf genug. Das Spiel gegen Wolfsburg hätte zur Pause entschieden sein müssen, unerklärlicherweise wollte die Hertha, die zuerst mühelos das Spiel machte, dann nur noch kontern - das ist wohl Taktikschule. Deswegen war dies ein knapper Sieg gegen eine beherrschbare Mannschaft, und nicht so souverän, wie ich es mir gewünscht hätte. Marcelinho muß jetzt damit leben, daß er allein die Hertha dorthin tragen kann, wo die Luft dünner wird. Die Pässe von Thorben Marx mögen ihm dabei helfen, wenn es die gegnerischen Verteidiger nicht tun. Heute Nachmittag spielt mein Sorgenkind Arsenal London gegen Liverpool: Die Überlebenden von Eindhoven müssen sich an der Anfield Road wieder aufrichten.

Sonntag, November 21, 2004

Kunst und Gemüse

"Nüscht. Lange Unterhosen habe ich nicht angezogen." Schon in der U2 hatten die Leute sich eine Strategie für das kalte Spiel gegen Rostock zurechtgelegt. "Erst mal eine Wurst." Die Stimmung war dann von Beginn an gut, auch deswegen, weil der Fanblock mit der "Baltischen Kraft" die bisher beste Gästeleistung in dieser Saison bot. Hansa und Hertha haben zum Teil fast die gleichen Chants, und sie ließen sie mit Macht aufeinander los. Falko Götz hatte auf Malik Fathi links hinten verzichtet, wodurch Gilberto ein wenig defensiver spielen mußte, um der Armada im Mittelfeld den nötigen Raum zu geben: Bastürk-Marcelinho-Neuendorf etablierten einen Kreisel, in dem Hein Blöd endgültig um den Verstand gekommen wäre. Vorne warteten Fredi Bobic und Nando Rafael auf ihre Chancen, hinten entpuppte sich Madlung als Defensivmonster, und Simunic hatte einen "Field Day". Marcelinho demonstrierte das Selbstbewußtsein der Mannschaft recht bald, indem er einen Rückpass auf Fiedler spielte, der wie eine ironische Variante jenes fatalen Zuspiels auf Ailton aussah, das Hertha im Rückspiel gegen Werder in der letzten Saison vor eigenem Publikum das Genick gebrochen hatte. Dieses Mal kam der Pass so, daß der Gegner zwar eine Sekunde lang eine Chance sah. Der Ball war aber unerreichbar, Fiedler kam rechtzeitig heraus, es war alles paletti. In der 30. Minute hatten wir Rostock richtig "am Kicker" (wie man in Deutschland sagt, phonetisch jedenfalls). Kurz darauf bekamen wir ein dummes Tor, das von der Fathi-Seite ausging (wo er also nicht war), wodurch das ganze Match aus der Balance geriet. Der Rest war dann klarerweise weniger diszipliniert und kühl als neulich auf Schalke. Dafür war es leidenschaftlich, ein wildes Gewoge, und man konnte unzählige Male sehen, wie schnell die Hertha heuer von hinten nach vorne (von heute auf morgen!) kommen kann - im Nu nämlich. Seltsam, daß wieder einmal Marcelinho den Ausgleich schießen mußte: er war nicht immer präzise, er tat viel und schaffte nicht ganz so viel, aber er hat noch eine Qualität, die ich erst langsam begreife - er ist wirklich ein Animal Futebol, er will den Ball mit aller Macht dort hineinbefördern, und da dies nicht immer in seiner Macht steht, vertraut er manchmal auf etwas Höheres - ich meine jetzt nicht den Fußballgott, und ich bin auch kein Willensmetaphysiker, aber Marcelinho hat mir dieses Mal wirklich imponiert. Die Hertha stellte heute einen neuen Sponsor vor: HMI verkauft etwas, was ich nicht kenne. Die Angestellten der Firma, die Freikarten hatten und auf der Stadionleinwand auch ins Bild kamen, bekamen jedenfalls einen guten Eindruck davon, was es heißt, ein Hertha-Fan zu sein: In den blühenden Landschaften wachsen Kunst und Gemüse nebeneinander. Es war dann gar nicht einmal so kalt.

Samstag, November 13, 2004

Arena auf Falko

Das war ein langer Nachmittag vor der Kiste. Die erste Halbzeit von Tottenham-Arsenal habe ich glatt verpaßt. Ich rechne ja nicht damit, daß man auf der Insel ein Match zur Mittagsstunde, Greenwich Time, anpfeift. Zur Pause stand es 1:1, die zweite Halbzeit verlief dann nach dem Muster eines Tennisspiels - zuerst brachte Arsenal den Aufschlag zum 2:1 durch, dann schaffte es das Break zum 3:1, und dann servierten sie aus. Endstand 5:4. Fast so ein Ergebnis, wie ich es als kleiner Junge manchmal gewürfelt habe, wenn ich an langen Tagen eine lange Saison in der 1. Klasse Ost, Oberösterreich, durchgespielt habe. Mit Mannschaften wie Sipbachzell oder Großraming. Mein Lieblingstor von Arsenal London heute war das zum 4:2, bei dem die junge spanische Hoffnung Fabregas einen Intuitionspaß spielte, und der von mir hochverehrte Energetiker Ljungberg aus kurzer Distanz im Strafraum vollstreckte. Arsenal spielt immer noch volatil wie die Börsen nach einem Attentat (die Niederlage gegen Manchester United neulich hatte ja ein wenig diesen Anschein), aber die Grundqualität ist immer noch phantastisch. In der Arena auf Schalke war ich dann doch nicht selbst dabei, obwohl die Fanreise dorthin ansteht - im Moment gehen andere Dinge vor. Aber selbst im Fernsehen waren die 2300 Berliner Fans gut zu hören - sie müssen sich mit ihrem Liedgut auch gar nicht verstecken (jetzt muß nur noch die Frank-Zander-Hymne aus dem Verkehr gezogen werden - schließlich ist in vielen Jahren Bundesliga noch nie ein Team zum Titel GESEGELT). Ich hatte schon letzte Woche gegen Bremen ein ganz gutes Gefühl hinsichtlich der physischen Präsenz der Mannschaft: Falko Götz konsolidiert sie, wie gesagt, von hinten heraus. Simunic, dessen Künstlernamen Harakiri-Jo ich hiermit widerrufe, bis er mir Grund zum Widerruf des Widerrufs geben wird, entwickelt allmählich jene Präsenz, zu der er das Zeug immer schon hatte. Kovac, gegen den ich mich lange gesträubt habe, wächst mit der Mannschaft. Für Thorben Marx ist im Moment leider kein Platz, weil wir zu viel Mittelfeld haben - und Christian Müller hat heute hinten so souverän gearbeitet, abgesehen von der Pander-Flanke, die Fiedler (unser Rückhalt gegen Tim Wiese) passieren ließ, daß Oliver Schröder auch gleich besser ausgesehen hat. Es war ein Match, das zu unseren Gunsten verlief, aber eben nach Plan. Hertha vergeudet immer noch eine Menge Bälle, und von Simunic erwarte ich mir in der Zukunft auch noch mehr Spieleröffnungen. Er wird heute ein wenig Mut dazu gefaßt haben. Im letzten Jahr hätten wir beinahe Ralf Rangnick bekommen, der zweifellos ein relativ intellektueller Trainer ist, und gut in eine Liga paßt, die immer systematischer wird, wie Christoph Biermann heute in der Süddeutschen schrieb. Schalke war einmal eine Mannschaft wie ein Muskel, das war in dem Jahr, als sie den Titel in der letzten Minute hergeben mußten. Ebbe Sand, der Aufrechte, war damals schon dabei, er ist immer noch da, und Rangnick ist jetzt eben dort. Das ganze Unglück der neueren Hertha begann mit Huub Stevens - nicht, weil er aus Schalke kam, sondern weil er die Hertha nicht dort abholen wollte, wo sie damals stand - mit dem Kopf in den Wolken, aber mit schweren Beinen, und einem Kader zwischen den Zeiten. Jetzt wächst sie gerade ein wenig zusammen.

Sonntag, November 07, 2004

Nachspielzeit

Es war großartig, wieder selbst im Olympiastadion dabeizusein gestern nachmittag. Es war großartig, die Ostkurve bei der Arbeit zu unterstützen, auch wenn ich in unserem Sektor das Unverständnis vieler Trübsalbläser finde. Es war ungefähr Mitte der zweiten Halbzeit, das Spiel war noch immer ganz offen, aber Hertha erkämpfte sich allmählich Vorteile, als der Fanblock einen neuen "Chant" ausprobierte, ein gar nicht lautes, aber super walzendes "Hertha BSC", das mich viel eher an Jamaica und Dub und untergründige Energie denken läßt als an das abstoßende "Sieg!", das die Fans der deutschen Nationalmannschaft immer noch intonieren, als ginge es um eine Operation Barbarossa. Die Ostkurve hat seit der letzten Saison meinen Respekt, und sie wird immer besser. Es war dann auch bald darauf, daß Falko Götz eine mutige Auswechslung vornahm: Bobic für Schröder, zweiter Stürmer für Außenverteidiger. Sie war notwendig, diese Veränderung, denn das System mit einem Schwarmmittelfeld und einem einsamen Nando Rafael, der kaum Räume fand, ist noch überarbeitungsbedürftig. Als Bobic kam, sagte ich zu meinem Begleiter und "Partner in Hertha" Volker: "Für eine der beiden Mannschaften wird dieser Wechsel tödlich sein." Ich habe mich geirrt. Zwar ging Werder in der 80. Minute in Führung, der Treffer fiel allerdings aus einer Standardsituation, die links entstand, wo Fathi zu diesem Zeitpunkt auch schon aus dem Spiel war: Ich wundere mich allenfalls ein wenig über eine "Zuordnung", die Bobic auf Charisteas ansetzt. Normalerweise entscheidet ein Treffer wie dieser ein Spiel, das mit großem Einsatz geführt, aber auch stark im Mittelfeld neutralisiert wird. Werder war in der 75. Minute müde gespielt, ab der 80. waren sie aber wieder wach, sie hatten sogar noch die Killerchance, konnten sie aber nicht nutzen. In der letzten Minute machte Madlung das Kopfballtor, und es wurde ein relativ gerechtes Unentschieden. In der ersten Halbzeit war der Lange schon einmal vorne gewesen, da hatte er noch die Hand eingesetzt - es wurde nicht bemerkt, weil es auch nichts brachte. Aber ich frage mich doch, ob man nicht allmählich dazu übergehen sollte, die Akte des Irregulären mit härteren Ahndungen zu belegen. Sie häufen sich nämlich, die geschundenen Elfmeter, die manipulierten Tore, die Fiesheiten. Ich werde langsam auch zu einem Anhänger des Fernsehbeweises und des vierten Schiedsrichters, man sollte vielleicht bei strittigen Abseitssituationen einfach weiterspielen lassen und hinterher entscheiden, ob die Konstellation regulär war. Ich weiß, daß all dies die Gefahr birgt, daß das Spiel in der Fernsehübertragung neue Möglichkeiten der Unterbrechung bekommt, und daß dadurch die Heiligkeit der 45 Minuten auf dem Spiel stehen könnte - die ununterbrochene Dreiviertelstunde, die im kommerziellen Fernsehen ja unter normalen Umständen ausgeschlossen ist. Hertha hat gestern einen neuen Fan bekommen, die Tochter eines Freundes aus Kreuzberg, die zum ersten Mal im Stadion war: Sie verehrt zwar immer noch Michael Ballack und Oliver Kahn mehr, aber sie wird bald herausfinden, daß auch Yildiray Bastürk eine Tube Haargel zu Hause hat.

Mittwoch, November 03, 2004

Popular Vote

Mein Weltbild ist nicht mehr so intakt, nachdem in den USA eine Mobilisierung stattgefunden hat, bei der Analogien aus dem Fußball nur mehr dumm wären: Karl Rove hatte von vier Millionen Fundamentalisten gesprochen, die er in Reserve hatte, gefunden aber haben die Republikaner über acht Millionen, die sich zu einem Popular Vote massieren, das mich völlig verdattert zurückläßt. Ich würde jetzt gern "Diebold" schreien, und den Wahlmaschinen die Schuld geben, aber das wäre wohl, als wollte ich einen Elfmeter schinden, um in die Verlängerung zu kommen. Die neue Achse des Bösen: Bush (USA) - Bin Laden (Tora Bora). Ersatzbank: Blatter (FIFA).

Dienstag, November 02, 2004

Come-Upance

Die Metapher zum Tag stammt von Ralf Rangnick, der über seine neue Mannschaft Schalke sinngemäß gesagt hat, daß es schwierig ist, vorne zu fahren wie ein ICE und hinten zu stehen wie die Berliner Mauer. Er hat bei diesem Vergleich die Rechnung ohne Ronald Reagan gemacht, der die Berliner Mauer in Grund und Boden gerüstet hat und später dem Präsidenten als Inspiration diente, dessen Come-Upance ich für heute nacht erhoffe. Für das Verteidigen im Fußball gibt es kaum interessante Bilder: das Anrühren von Beton paßt vielleicht zu Dick van Burik, er erzielt aber damit eine ähnliche Wirkung wie das Baumaterial selbst bei der Schalldämmung in Neubauten. Eine gute Verteidigung ist wie Treibsand - sie zieht den Gegner hinunter, ohne ihm weh zu tun, sie lockt ihn auf die falschen Wege, sie läßt seine Beine schwer werden, während er sich noch obenauf wähnt. Heute hat Arsenal gegen Athen wieder ein Match gespielt, das mich mit meinem Idealteam ein wenig hadern läßt: zuerst spekuliert Vieira (diskreter als Rooney neulich, aber auch weniger kaltblütig) auf einen Elfmeter, den er prompt bekommt; dann hält Cygan seinen Betonschädel falsch hin; und dann schießt Reyes auch noch an die Stange. Arsenal läßt es immer wieder zu, daß Spiele zu seinen Ungunsten durch freak accidents und mean streaks beeinflusst werden - in der einzigen Analogie, die momentan wichtig ist, wäre Manchester United also George W. Bush, und Arsenal ist John Kerry. Mein Weltbild bleibt intakt.

Dienstag, Oktober 26, 2004

Konferenzschaltung

Die Champions Sportbar im Wiener Ringstraßenhotel Marriott war in den letzten Tagen unser Domizil, wenn es um Fußball ging. Zwischen den Filmen im nahen Gartenbaukino ging es darum, zumindest das Wichtigste aus der Welt mitzukriegen. Von Hertha war das nicht viel, denn in der Konferenzschaltung arbeitet jede Mannschaft an ihrer Quote, und nachdem bereits am Samstag das erhoffte und von mir dann auch verschiedentlich ohnmächtig in den neutralen Champions-Sportbar-Raum gerufene "Tor aus Bielefeld!" ausblieb, brachte die Sportschau dann immerhin die Aufklärung, daß das zweite Bielefelder Tor irregulär gewesen wäre. Heute saßen wir natürlich wieder dort, und wenn nicht alles täuscht, waren einander die beiden Matches ein wenig ähnlich: Die Hertha spielt nach vorne, schießt kein Tor, dann entsteht vor dem eigenen Gehäuse eine Situation, die Dick van Burik mit aufreizender Faulheit als ungefährlich einstuft. Im Trab holt er den Gelben, der dieselbe Situation als Gelegenheit wertet, natürlich nicht ein. Der Dortmunder erreicht den Ball dort, wo Dick van Burik ihn gern hinüberrollen lassen wollte, genau an der Linie - Flanke. Koller. Aufholjagd. Ohnmacht. Nando Rafael. Hader. Falko Götz wollte mehr über die Außen spielen, aber in einem System, in dem das Mittelfeld zu einer Form der Superrotation aufgefordert ist, stellt sich das halt nicht einfach so ein. Flügelstürmer wären eine Idee. Nun höre ich aber, daß Elber im Gespräch ist, ein Zentralist und Lauerer (den ich immer geliebt habe, den ich aber nicht kaufen würde, es soll die Regel gelten: Wer bei den Bayern ausgemustert wurde, ...). Die Konferenzschaltung mag ich nun noch weniger. Das Match zwischen Manchester United und Arsenal haben wir in voller Länger gesehen, allerdings ohne Bilder aus dem Kabinengang - das Sakko von Sir Alex Ferguson, an dem Pizza und Suppen kleben, würde ich bei Ebay jedenfalls nicht ersteigern wollen. Natürlich war der Referee ein Skandal, natürlich war das ein Spiel, in dem die niedrigen Instinkte gewonnen haben, und trotzdem war es schmerzlich zuzusehen, wie die Spieler von Arsenal sich nachher dem Selbstmitleid ergaben: Wayne Rooney erinnert mich nicht nur phsyiognomisch an manche Figuren aus Gangs of New York, an eine Kultur, in der man nur mit dem Dolch im Wams auf die Straße ging - heute wäre es das Springermesser. So hat er gespielt, niederträchtig, aber eben auch obenauf, ein leader of the pack. Auf der anderen Seite der edle Reyes, den ein Neville von hinten niedermähen darf, wenn ein Eitler wie Riley für die Ahndung zuständig ist. Das ist fast wie Shakespeare, dort gewinnen auch selten die Guten. In der unverdienten Niederlage bleibt nur: das erhobene Haupt. Wir haben die Champions Sportsbar erhobenen Hauptes verlassen, aber das ist natürlich niemandem aufgefallen. Ich freue mich schon wieder auf die Konzentrationsschaltung daheim Berlin, im Sektor 25.2. oder vor dem Fernseher, bei dem ich die Optionentaste so beherrsche, wie Riley in Old Trafford hätte pfeifen sollen: souverän.

Montag, Oktober 18, 2004

Tor Tor Thorben

Im Oktober bin ich traditionell zwei Wochen in Wien, beim Filmfestival. Dieses Mal habe ich etwas versäumt, obwohl ich dafür gut entschädigt werde mit Kino. Während die Hertha am Samstag zum ersten Mal mit Yildiray Bastürk begonnen hat, saß ich in einem Dokumentarfilm über einen ungarischen Fischer, der einer Cyanidkatastrophe wegen seine Existenzgrundlage verloren hat und deswegen nach Australien flog, um den Vorsitzenden des Minenunternehmens damit zu konfrontieren. Meine Dauerkarte hatte ich einem Freund geliehen, der aus historischen Gründen ein Fan von Bayer Leverkusen ist, einer Mannschaft, zu deren aktueller Ausprägung (also ungefähr, seit Bernd Schneider dort spielt) ich eine Zuneigung gefaßt habe, die ich mit vielen Fans in Deutschland wohl teile. Augenthaler macht es nun noch leichter, Bayer Leverkusen zu mögen. Den Medienberichten entnehme ich allerdings, daß sie kein starker Gegner waren, sondern sich der Hertha ergeben haben. Die wird sich in Bielefeld ohnehin viel nachdrücklicher zu beweisen haben. Vielleicht wird es aber doch kein ganz desaströses Jahr. Was stimmt mich optimistisch? Den Einkauf von Bastürk fand ich ohnehin sofort eine tolle Idee, ich rufe auch sehr gern: Yildiray! So wie ich die Nachbarn in dem mehr oder weniger bürgerlichen Sektor, in dem wir im Olympiastadion sitzen, mit meiner Begeisterung für Fathi nerve, und mit meiner hartnäckigen Treue zu König Artur Wichniarek. Immer schon war ich ein Fan von Thorben Marx, dessen Tor sozusagen nach Plan fiel: schon die ganze Saison hielt er sich dort bereit, wo er dieses Mal abgezogen hat. Arne Friedrich hat den Assist geliefert - das Modul einer Hertha, die aus Gegenwart und Zukunft besteht. Zwar hat Thorben Marx einmal auf die Frage nach seiner Lieblingsspeise geantwortet: McDonald's. Aber er spielt nicht wie ein Cheeseburger. Deswegen sehe ich ihm diesen Blödsinn nach. Ich mag die Nummer 32, und wenn ich mir nicht ein wenig seltsam vorkommen würde in einem Jersey, würde ich mir ein Marx-Leiberl laufen. Irgendwann ist es so weit. Ich sehe es schon kommen. Zum Thema Einkaufspolitik lohnt sich mehr denn je der Blick nach London: Dort wird, nach Jose Antonio Reyes, gerade ein siebzehnjähriger Spanier namens Francesc Fabregas entdeckt, den Arsene Wenger zu Arsenal geholt hat. Ich habe ihn schon zwei, dreimal spielen gesehen, und war baff. Und nun zurück ins Kino!

Sonntag, Oktober 10, 2004

Kulturgeschichte

Ein Lektürefund, eine Jugenderinnerung an das Jahr 1935 von Peter Gay, dem bedeutenden Kulturhistoriker und Freud-Biographen: "Ich war ein glühender Anhänger von Hertha BSC, der besten Fußballmannschaft Berlins, für die sich auch Hanns begeisterte. Edgar drückte dem einzigen ernstzunehmenden Lokalrivalen von Hertha, Tennis Borussia, die Daumen, was uns Anlaß zu etlichen unerquicklichen Wortgefechten bot. Sobald ich selbständig mit Bus und U-Bahn fahren konnte, erlaubten mir meine Eltern, wichtige Herthaspiele allein zu besuchen. Da es mir nicht schwerfiel, zu beweisen, daß jedes Heimspiel meiner Mannschaft wichtig war, hielt ich mich jeden zweiten Sonntag im Herthastadion auf. Irgendwann - es war wohl im Jahr 1935 - fiel ein hoher jüdischer Festtag auf einen Sonntag, an dem Hertha ein Heimspiel austrug - ein wichtiges versteht sich. Für meine Eltern stand außer Frage, daß ich bei dem Spiel zuschauen würde." (Peter Gay: Meine deutsche Frage. Jugend in Berlin 1933-1939, C.H. Beck 1999)

Sonntag, Oktober 03, 2004

Aufbaugegner

Kurt Jara war einmal ein Popstar im österreichischen Fußball. In der Mannschaft der siebziger Jahre, die auf das Wunder von Cordoba hinarbeitete, war er der linke Intelligenzler, immer das Leibchen heraus hängen habend, mit der Nummer 11, versorgte er Hans Krankl mit Material. Was für ein trauriges Bild bietet er nun, seit er durch die deutsche Bundesliga geistert, mit Mannschaften, bei denen wenig oder gar nichts geht, ausgeliefert an Vorstandsexistenzen wie Jaeggi in der Pfalz. Er wirkt immer ein wenig verdrossen, und die Trainingsjacke sieht natürlich auch nicht so gut aus, wenn man eine kleine Wampe hat. Der 1. FCK hat es uns also nicht so schwer gemacht gestern, mit 2:0 zu gewinnen. Von all den wild zusammengekauften Ensembles, die heute in der Bundesliga arbeiten, ist dies eines der trostlosesten: Wiese. Hertzsch, Lembi, Wenzel. Grammozis, Engelhardt, Tchato. Altintop, Zandi, Seitz. Jancker.
Dagegen die Hertha:
Fiedler.
Friedrich. Van Burik. Simunic. Fathi.
Marx. Kovac. Gilberto.
Müller. Marcelinho.
Bobic.
Das sieht schon nach etwas aus (ich habe die Formation ein wenig "zugespitzt"), zumal ja noch Bastürk kam (Yildiray!).
Man muß natürlich die Berliner Personalpolitik eine Zeitlang verfolgt haben, um sich an dieser Aufstellung erfreuen zu können, die überregionale Wahrnehmung wird da nicht so feine Unterschiede machen. Ich sehe aber ein Gerüst, eine rechte Achse, die sich über Friedrich-Marx-Müller locker von Tor zu Tor erstreckt, und eine linke Mobilmachung, die Malik Fathi in der zweiten Minute mit seiner schönen Flanke demonstriert hat, die auf den Schädel von Fredi Bobic niederging wie ein Totemtier, das nach Hause möchte. Aber von Bobic' Kopf erhob es sich wieder in die Lüfte, und weg war es. Daß dann Niko Kovac ein Kopfballtor aus einer Standardsituation machte, ist auch ein gutes Zeichen: Jahrelang hat die Hertha ihre Eckbälle sinnlos überall hin geschossen (meistens war es Marcelinho), nur nicht gefährlich ins Getümmel. Und das Haarband von Kovac hat gehalten. Fredi Bobic hat nicht nur Chancen vergeben, er hat sogar ein Tor verhindert, er hat aber auch Christian Müller auf einen Weg geschickt, an dessen Ende mein Partialwunsch befriedigt war: Tim Wiese demütigen!

Sonntag, September 26, 2004

Vogelschau

Das Glück ist ein Vogerl, sagt man in Österreich. Vor einer Stunde ist das Vogerl durch das Hamburger Volksglückstadion geflogen, hat zwischen Niko Kovac und Michael Hartmann ein wenig tiriliert, wodurch der Ball zu einem HSV-Mann kam, der allein war und in den Strafraum spielte, wo Takahara sich so in Position brachte, daß der Ball ins Tor sprang, und das Vogerl auf seinem Knie landen konnte. Das war es mit dem 1:2 aus Sicht der Hertha. Wenn du Pech hast, hast du Glück auch keins - auch das wissen die Österreicher. Aber war es wirklich Glück, das die Entscheidung brachte? Falko Götz hat diese Auffassung plausibel vertreten im Premiere-Studio, und Toppmöller hat ihm das konzediert, denn es war tatsächlich keine schlechte Leistung der Hertha. Unausgesprochen blieb, daß der wahrscheinlichste und am wenigsten ungerechte Ausgang dieses Spiel ein 1:1 gewesen wäre, mit dem kein Team eine Freude gehabt hätte. Denn die Hertha war zwar feldüberlegen in vielen Passagen, aber sie hatte keine große Durchschlagskraft, und Bobic ist unter den glücklosen Stürmern noch derjenige, der sein Pech redlich verdient - ich wiederhole mich. Die Aufstellung empfanden die Kommentatoren als couragiert - wieso eigentlich? Hinten spielte eine Viererkette, die nur nominell nicht so hieß, weil Fathi im Mittelfeld eingetragen war. Rechts spielte Hartmann, den Götz anscheinend um jeden Preis in der Mannschaft haben will, auch um den Preis einer halbseitigen Lähmung der ganzen Mannschaft. Zentral spielte Kovac - rustikal, da hat der rustikale Fritz von Thurn und Taxis recht. Bleibt also als Boy Courage nur Müller, der wirklich vielversprechend ist - als er in der zweiten Halbzeit ein wenig nachließ, merkte man aber auch, daß ein Stürmer eben nicht zwei Öltanks ist, und die Varianten entsprechend geringer sind. Ab der 60. Minute hätte ich König Artur gern schon gesehen, neben Bobic, für Gilberto (und Marx für Hartmann). Die Hertha ist aber noch nicht gut genug, um das Glück zu zwingen. Zu unsanft ist sie nach der wunderbaren ersten Halbzeit gegen Bochum, als sie das Vogerl nicht brauchte, weil sie es selbst war, wieder im Alltag der unteren Tabellenhälfte gelandet. Falko Götz kann überzeugend über die allgemeine Situation sprechen, ich höre ihm gern zu, er artikuliert wie der Trainer einer Hauptstadtmannschaft. Und er baut am Team, man sieht es. Aber er baut für jeden Beschleuniger einen Verzögerer ein, bisher hat er Dardai durch Kovac ersetzt (Perspektivgewinn: 0%), heute bringt er Hartmann für Marx (-20%). Das Glück in Permanenz wird mit Friedrich, Bastürk, Reina nicht zurückkehren, aber einen Lauf kann diese Mannschaft durchaus einmal bekommen, denn hinten ist sie konsolidiert, und vorne wird Wichniarek bald der Knopf aufgehen - auch das eine österreichische Redensart, soll heißen: der Knoten platzen. Welches Idiom ist schöner? Jetzt hoffe ich nur noch, daß sich Tim Wiese in der nächsten Runde so blamiert, daß Hertha drei Punkte holt, und Managerhoeneß den Vertrag noch vor der Unterschrift zerreißt. Dann wäre ich glücklich.

Donnerstag, September 23, 2004

Braunschweig

Aus dem Teletext: Madlung 77. Minute Einwechslung 80. Minute Eigentor - jetzt geht sogar der Joker nach hinten los. Und Marko Rehmer ist zurück im Team. Falsche Richtung.