Dienstag, Januar 16, 2007

Bye, Basti

Der ehemalige Sportdirektor von Real Madrid fragt, warum ich zu Marcelinho nichts zu sagen habe. Ich fürchte, ich habe die Sache "abgehakt", wie Sportler gerne sagen. Die Entscheidung der Hertha, ihn zu verkaufen, habe ich sehr begrüßt. Daß er jetzt zum Auftakt der Rückrunde als Gegner mit dem Vfl Wolfsburg ins Olympiastadion kommt, macht sicher eine gute Geschichte. Er könnte der Hertha in diesem Spiel auch wehtun (ich werde leider nicht vor Ort sein, bin an diesem Wochenende out of town), aber ich zweifle daran, daß er noch einmal eine längere Geschichte schreiben kann wie in der Saison 2004/05. Was mich viel mehr bewegt, ist die Sache mit Sebastian Deisler. Wir haben immer halb im Spaß gesagt, daß der große Scheck von Bayern München, den er damals bekam, als er offiziell noch nicht in Verhandlungen stand, ihm Unglück gebracht hat. Glück hatte er jedenfalls nicht viel, daß er seine Laufbahn jetzt beenden muß, ist unglaublich traurig. Nie habe ich die Berliner Fans mehr gehaßt als vor ein, zwei Jahren, als sie ihn ausgepfiffen haben, als er mit den Bayern kam. Man kann es ihnen nicht verdenken, aber es war doch übel provinziell gedacht (irgendwo weit unten in diesem Blog gibt es dazu einen Eintrag). Ich wünsche ihm, daß er noch viele Kinder bekommt, daß von dem Scheck eine Menge übrig ist, und daß er vielleicht einmal in Gladbach einen tollen Sportdirektor abgibt. Bevor er Coach Arne Friedrich in Berlin ablöst. Circa 2025, wenn in Deutschland die demographische Katastrophe abgesagt wird, Hans Meyer den FC Beyern trainiert und Marcelinho einen letzten Vertrag bei Union Berlin bekommt.

1 Kommentar:

der wiener hat gesagt…

das tut wirklich weh!
mit einem 20 mio. DM-scheck nicht mehr aus seiner karriere gemacht zu haben, kann man ihm vielleicht vorwerfen.
andererseits ist es vielleicht schwierig sich vorzustellen, was es wirklich bedeutet, als profi jeden tag mit leuten zusammen sein zu müssen, die einem womöglich hinten am arsch vorbeigehen mit ihren männerhandtaschen und ihrer bescheuerten xavier naidoo-musik aus dem iPod und den beschissenen riesigen autos und ihrer all-inclusive-urlaubserfahrung, da soll man nicht depressiv werden? ich würde doch jeden tag an rücktritt oder mord denken, wenn ich mit einem pizarro jeden tag zusammen sein müsste, dessen haar-exzesse mich schon wahnsinnig machen, wenn ich ihn nur in der sportschau sehe. oder einem kahn mit seiner "philosophie", die er sich aus ratgeberbüchern holt. also sollten wir deisler dankbar sein, dass er den ganzen scheiß nicht mehr ertragen wollte. vielleicht kommt er ja mal zu mattersburg und spielt mit carsten jancker...