Mittwoch, Dezember 03, 2008

Völkerverständigung

Sehr wichtiges Match für die Hertha heute Abend im Olympiastadion: Gegen Galatasaray Istanbul geht es nicht nur um drei dringend erforderliche Punkte für den Verbleib im Bewerb über Weihnachten hinaus, sondern um ein erstes Statement an die Liga, dass der dritte Platz auch einer gereiften und nicht nur auf Catenaccio beruhenden Spielanlage zu verdanken ist. Denn er Erfolg der Hertha in diesem Herbst wird durchweg als ertrotzt und nicht als erspielt gesehen - neben der offensiven TSG Hoffenheim wirkt Hertha tatsächlich wie eine Mannschaft, bei der erst einmal die Eins stehen muss (mehr als bei anderen Teams auch die Null), vorne müssen dann zwei Tore reichen für drei Punkte. Alles recht ökonomisch also, begeistert von der Hertha ist in Deutschland noch niemand, und wenn man das Köln-Spiel von letztem Freitag gelassen betrachtet, dann gibt es auch noch wenig Grund. Den sollte die Hertha heute liefern, mit einer couragierten Leistung gegen Galatasaray. Dazu könnte vielleicht Patrick Ebert beitragen, auf dessen Rückkehr in die Mannschaft, zu Lasten von Dardai, ich hoffe. Das Mittelfeld würde dann so aussehen: Nicu-Cicero-Kacar-Ebert. Sehr offensiv, ich weiß. Manager Hoeneß hat dem Spiel gleich noch (s)eine eigene besondere Bedeutung gegeben und von "Völkerverständigung" gesprochen - vermutlich deswegen, weil er mit den Völkern von Neukölln und Moabit selten zu tun hat. Er rudert gerade rhetorisch zurück in ein Amt, aus dem er sich mit Datum 2010 schon eindeutig öffentlich verabschiedet hatte. Damit stiftet er Unfrieden, um nicht zu sagen: Völkerunverständnis. Manager Hoeneß hat die bis vor zwei Jahren ja eher traurige Gesamtbilanz seines Wirkens bei Hertha auf eine Karte gesetzt: Lucien Favre. Diese Entscheidung kann er sich auf die Fahne heften, jetzt möchte er aber auch beim Triumphzug, den er schon abzusehen meint, vorneweg marschieren. Favres ganzes Wirken steht für eine Abkehr von der "great man theory", nur der Manager will sich als großen Mann davon ausnehmen. Ich spreche ein wenig im Affekt, muss es aber einfach so sagen: Dieter Hoeneß, schaffen Sie Raum!

1 Kommentar:

Natalie Keil hat gesagt…

der erste schwache beitrag in deinem blog. ungewoehnlich oder sollte ich sagen erstaunlich?