Sonntag, Februar 28, 2010

Düpage

Hertha hat gegen Hoffenheim vor eigenem Publikum mit 0:2 zwei verloren; bei beiden Toren ließ sich ein Innenverteidiger, zuerst Friedrich, spät dann noch von Bergen, von einem Stürmer düpieren, sodass sich eine Niederlage ergab, die zwar nicht ganz den Charakter einer Blamage, aber doch den einer - mit einem Wort, das es nicht gibt - Düpage hat. Man steht dann einfach ein wenig blöd da.

Der Charakter des Spiels deutete sich früh an, als Raffael einen perfekten Ball in die Beine bekam, sofort Tempo aufnahm, dabei aber die Abspielmöglichkeit auf Gekas übersah. Der Grieche war gestern wieder einmal weitgehend isoliert, aber auch aus eigenen Stücken teilnahmslos. Hertha hatte eine ganz gute erste Viertelstunde, dann verletzte sich Piszczek, danach hatte Hoffenheim sich auf das meistens zentrale Gefummel der Hertha eingestellt, und noch vor der Pause stellte Demba Ba mit einem Solo durch die Beine von Arne Friedrich (der Ball natürlich, Ba ging außen vorbei) die Führung her.

Was danach kam, offenbart die Konstruktionsprobleme der Mannschaft, auf die Coach Funkel (zum Teil auch aus Mangel an personellen Alternativen) setzt: es gibt keine Flügelspieler, Nicu und Ebert drängen sich nicht auf, Kringe spielt umständlich und macht viele technische Fehler. Gekas wie gesagt kein Faktor, gegen Hamburg sollte er auf die Bank, mit der Rückkehr von Kacar bietet sich das 4-3-3 an, das im Herbst besser funktioniert hat.

Kobiashvili war gestern offensiv auch eine Vorgabe, er wirkt vor allem gedanklich träge. Da Funkel an Gekas festhält, zu dem das Spiel aber selten vordringt, und da Raffael sich zunehmend im guten Positionsspiel von Hoffenheim festrannte, wäre es angebracht gewesen, das Spiel breiter zu machen - dafür fehlt aber das Personal, und die Konzeption.

Die Fans sind inzwischen sauer, die Lösung, die einer ganz konkret vorschlug, kann ich aber nur als gefährliche Drohung betrachten: Funkel raus - Götz rein? Das wäre für mich ein Grund, die Mitgliedschaft zu kündigen.

Kommentare:

Daniel Otto hat gesagt…

Es kamen keine Bälle in den Strafraum, genau richtig beobachtet. Zu umständliches Spiel, nie wurde der direkte Weg zum Tor gesucht.

Mit Götz wäre das vielleicht sogar besser. Dafür würden wir hinten offen stehen, wie die Beine von Arne gestern beim Gegentor...

Natalie hat gesagt…

götz hat hat den miserablen umgang mit und den abgang von vielen nachwuchsspielern zu verantworten - seien sie noch so sehr rotzlöffel. welche juwele da vergrault wurden kann man wöchentlich beobachten. leider ist dieser umstand bei hertha pathologisch. woher kommt diese unfähigkeit talente zu halten und zu fördern, weiterzuentwickeln??
im gegenteil, ich gewinne eher den eindruck, wir zerstören hoffnungsvolle spieler (kacar?).
trainer vom kaliber götz, funkel sind ein grund die mitgliedschaft ruhen zu lassen - in der tat.
nach röber zu rufen, wie in vielen foren zu lesen, finde ich auch nicht sonderlich visionär.

Bonisegna hat gesagt…

Natürlich würde die Springer Presse wieder Aufkleber drucken und sentimentale Wortmeldungen veröffentlichen: das Olympiastadion ist ein Teil Berliner Geschichte, am Marathontor habe ich meinen Mann kennengelernt. Aber das Stadion muss weg, oder die Hertha aus dem Stadion und nicht in die zweite Liga, sondern an einen Ort, an dem Druck entsteht, kollektiver. Die Eisbären und Alba, die haben solche Orte. Das Stadion kostet die Hertha 10 Punkte pro Saison. Nach Tempelhof jetzt auch bitte das Olympiastadion.