Womit wir beim springenden Punkt sind. Heute waren zwei Dinge gefragt. Erstens die Bestätigung der kompakten Mannschaftsleistung von der letzten Woche. Zweitens ein zusätzliches Element eigener Initiative, eine Willensbekundung, dass die Mannschaft diese Tabellenführung auch aktiv will und nicht nur über Schleichwege dort auftauchen will. Das zweite Element habe ich leider nicht gesehen. Thomas Schaaf, der mit Bremen eine vermaledeite Saison erlebt, hat heute einen schönen Satz gesagt: Seine Mannschaft müsste einmal "mit zwei Toren in Vorsprung geraten".
Das passt hervorragend auf die Hertha, die oft spielt, als wollte sie nicht aktiv in Führung gehen, sondern durch Spielkontrolle irgendwie in Führung geraten. Die vielbeschworene Effizienz hat eine Kehrseite in diesem Mangel an letzter Initiative, die allein auch den Zufall noch zwingen kann.
Die Niederlage hat zudem eine systemische Seite. Es ist kein Zufall, dass beide Gegentore nach Flanken kamen. Marcel Schäfer hatte heute gegenüber Marc Stein so deutlich mehr Spielanteile, dass allein dadurch dem zweiten Gegentor eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen ist. Auch Rodnei auf links ließ nicht übersehen, dass die Hertha weit von zwei international konkurrenzfähigen, offensiv starken Außendeckern entfernt ist.
Der Schiedsrichter hätte das 1:2 nicht anerkennen sollen, aber die Hertha war heute sowieso nicht so drauf, dass sie nicht eine Korrektur verdient hätte. Ich hoffe, sie redet sich nicht weiter auf Knut Kircher hinaus.
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