Samstag, Februar 10, 2007

Schale? Schalke!

Sieht ein wenig nach einer Vorentscheidung aus, was da heute in der Meisterschaft passiert ist. Die Hertha war live dabei, und hätte das auch aktiver über sich ergehen lassen können. Aber dazu braucht man eine Taktik für mehr als 45 Minuten, und die war nicht zu erkennen. Daß man gegen einen favorisierten und selbstbewußten Gegner torlos in die Pause möchte, sehe ich ein. Daß man in der zweiten Halbzeit aber auch offensiv etwas zeigen muß, um das Ungleichgewicht nicht zu groß werden zu lassen, kann Coach Götz allenfalls leise gesagt haben. Die Mannschaft hat es nicht gehört. Kommt dazu, daß Pantelic ausgerechnet jetzt in eine durch Eigensinn erarbeitete Formkrise stolpert - er läuft sich häufig fest, und läßt den Ball nicht mehr so zirkulieren, wie er es doch könnte. Auch die bevorzugte Offensivmethode der Hertha, das scharfe vertikale Anspiel in die Spitze, funktioniert nicht, wenn der Ball bei Gimenez wie bei Pantelic fast immer zu weit wegspringt. Chinedu Ede mußte das heute büßen, er bekam einen kurz abgespielten Freistoß von Gilberto so scharf vor die Beine, daß er darauf nicht richtig reagieren konnte. Sein Ballverlust leitete das 0:2 ein, das - nach einer ebenso ungestümen wie vergeblichen Intervention von Dardai - die Entscheidung durch einen Konter brachte, an dessen Ende der 18jährige Jerome Boateng allein war. Das 0:1 hatte seine Folgerichtigkeit durch das einseitige Eckenverhältnis bekommen - auch in dieser Situation war Jerome Boateng gegen Kuranyi von den Kollegen verlassen. Nach dem ersten Gegentor brachte Coach Götz den jungen Ede, nach dem 0:2 den jungen Ebert, später noch den jungen Christian Müller - das sieht alles so aus, als hätte er dieses Spiel als besseres Training betrachtet. Er kann damit aber auch einfach signalisiert haben, daß Hertha neben der Taktik auch keinen Kader für 90 Minuten hat. Das Manko war heute wieder die Schaltzentrale, wo Dardai und Mineiro kaum einmal produktiv waren - Hertha steht jetzt mit einer negativen Tordifferenz auf Platz 5!

1 Kommentar:

der wiener hat gesagt…

wenn mich das freut, dann fast nur wegen mirko slomka, der gegen größte widerstände und häme (aussauer!) in einen der größten sauhaufen ordnung und ruhe hineingebracht hat. der mann hat nicht nur eine große nase, sondern auch ein großes herz. dass er diesen unsäglichen rost hinausgeschmissen hat, ist ihm nicht hoch genug anzurechnen. und angezogen ist er auch immer einmalig - enge jeans, enges sakko, bravo, so sollte eigentlich ein trainer auf einer englischen bank ausschauen!