Donnerstag, Dezember 22, 2011

Bärenstärke

Mein tausendster Eintrag in dieser Chronik fällt auf einen guten Tag. Hertha wird im DFB-Pokal überwintern, Anfang Februar wird Borussia Mönchengladbach ein zweites Mal in dieser Saison nach Berlin kommen. Das 3:1 gegen Kaiserslautern unter der Regie von Rainer Widmayer war verdient, wenngleich man von einem guten Spiel nur sehr bedingt sprechen kann. Aber Hertha hat eben ein paar Spieler, die den Unterschied ausmachen können - und auch wollen. Dies gilt ganz besonders für Pierre-Michel Lasogga, zunehmend mehr aber wieder auch für Adrián Ramos, der seinen Rhythmus wiederzufinden scheint.

Der Abend begann eigentlich mit einer Riesenenttäuschung, nur 40000 Besucher waren gekommen, auch das ein Hinweis darauf, dass in den letzten Wochen geschlampt wurde - und eine Menge Kredit verspielt. Unter normalen Umständen müsste ein DFB-Pokal-Achtelfinale unmittelbar vor Weihnachten im eigenen Stadion attraktiver sein, doch wir sind – nach der kurzen Euphorie nach dem unmittelbaren Wiederaufstieg – fast schon wieder bei der Hertha, wie wir sie seit gefühlten (kurzen) Ewigkeiten kennen: einer irgendwie undefinierten Mannschaft, die allenfalls durch ein, zwei schillernde Figuren auffällt.

Wie der Transfer von Lasogga damals im Sommer 2010 zustande kam, das würde ich gern genauer wissen - immer mehr erweist sich das als eine Königspersonalie für Manager Preetz. Gegen den FCK gab es eine Halbzeit lang ein ziemliches Gewurstel mit leichten Vorteilen für Hertha. Die angeschlagenen Lell und Mijatovic liefen auf, allerdings behielt Lell die Kapitänsbinde, er ist für meine Begriffe durchaus "capitanibile" und sollte das Amt auch in der Rückrunde behalten.

Lustenberger spielte neben Ottl in der Zentrale, konnte aber nur selten Akzente setzen. Ronny spielte auf dem linken Flügel, das erwies sich kurz vor der Pause als gewinnbringend, als er nämlich einen Pass von Ramos schön in die Mitte zurückbrachte, wo Lasogga und Ramos so mit einem Lauterer Verteidiger kollidierten, dass der Ball dabei eine (intendierte) Ablenkung ins Tor erfuhr.

Das war der Führungstreffer zum gemeinhin "psychologisch" genau richtigen Zeitpunkt, doch Kaiserslautern schlug in der zweiten Hälfte prompt zurück (Ottl ließ Sahan laufen, der legte auf Shechter quer), bevor der Bär seine große Szene hatte: Mit beachtlicher Beschleunigung nahm Lasogga einen eher zufälligen Ball in den langen Lauf zum Tor mit, ließ Amedick blöd aussehen, und hatte beim Torschuss das Glück dessen, der unbedingt treffen will.

Während der folgenden halben Stunde musste ich mich zweimal bei Thomas Kraft (Weltklassereflexe, allerdings weiterhin unterster Ligadurchschnitt bei der Spieleröffnung, aber dieses Manko teilt er mit dem ganzen Team) bedanken, dass uns eine Verlängerung erspart blieb. Patrick Ebert machte dann zum Ende der regulären Spielzeit alles klar, und Hertha kann sich nun in Ruhe der Aufarbeitung der turbulenten Ereignisse der letzten Tage widmen.

Skibbe wird kommen, Babbel ist in Berlin Geschichte. Mit den "Jungs", die er hinterlässt, lässt sich sicher was machen. Nur Andreas Ottl, den könnte er für meine Begriffe mitnehmen. Zu all diesen Themen mehr im tausendundersten Eintrag, und dann im tausendundzweiten und...

Kommentare:

Natalie hat gesagt…

Vielen, vielen Dank für 1000 gelesene Blogbeiträge. Das sollten wir mal feiern.

Anonym hat gesagt…

Auf weitere 1000 !
Danke Schön....