Sonntag, Mai 21, 2006

Fahrplan















Einen Tag vor der Mitgliederversammlung von Hertha kann ich es ja zugeben: Ich bin auch Mitglied. Zusammen mit meinem Buddy Volker bin ich kurz vor Weihnachten 2005 beigetreten, gleich nach der Niederlage in St. Pauli, ein antizyklischer Schritt wie bei jenen Investoren, die zu wissen glauben, daß ihre Papiere noch ein wenig weiter fallen können, langfristig aber Potential haben. So haben wir uns das auch gedacht, und dann den ganzen Frühling hindurch zugesehen, wie es sich die Hertha in ihrer Volatilität eingerichtet hat. Daß sie jetzt einen Sponsorenvertrag mit der Deutschen Bahn unterzeichnet hat, finde ich gut. Die Zielsetzung dieser Partnerschaft unterstütze ich aber nur teilweise: Mehdorn will ja mit dem Hauptstadtclub das öffentliche Transportunternehmen für die Privatisierung an der Börse salonfähig machen. Da will ich den Politikern nicht dreinreden, es würde reichen, wenn sie auf ihre Experten hören (die sehr skeptisch sind). Manager Hoeneß aber kann morgen darauf verweisen, daß die Hertha nicht mit Teppichhändlern und Bierbrauern zu tun hat, sondern sich wie die Bayern (mit der Telekom) an ein großes, staatsnahes Infrastrukturunternehmen der Republik gebunden hat. Die Bahn findet gerade heraus, wie es sein könnte, auf eigenen Füßen zu stehen - die Hertha macht ähnliche Erfahrungen. Zur Mitgliederversammlung schaffe ich es morgen persönlich nicht. Ich fahre beruflich einen Tag nach London, und möchte die Gelegenheit nutzen für eine kleine Pilgerreise nach Highbury.

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